Film-Dokumente

Film-Dokumente

Carl Schmitt. Interviews in Rundfunk und Fernsehen

Einen bedeutenden Anteil an der Wirkung Carl Schmitts im Öffentlichen wie Privaten hatte seine Stimme, die Art seines Vortrags und seine Intonierung. Aus den 1960er und 1970er Jahren haben sich Gespräche mit Journalisten erhalten, Die Carl-Schmitt-Gesellschaft veröffentlicht hier einige Beispiele der Interviews in Ausschnitten.

Ist der Parlamentarismus noch zu retten?

Carl Schmitt im Gespräch mit Rüdiger Altmann und Jens Litten. Ausschnitte aus dem TV-Interview des Norddeutschen Rundfunks am 19. Juni 1970

Rüdiger Altmann (1922-2000) war ein bekannter Publizist und politischer Berater. Er hatte noch im Krieg bei Schmitt in Berlin Vorlesungen gehört, seit den 1960er Jahren war er mit Bundeskanzler Erhard als Ratgeber eng verbunden und prägte den Begriff der ‚formierten Gesellschaft‘. Jens Litten (1943*) war ein prominenter Vertreter der studentischen Linken und gehörte dem Bundesvorstand des Sozialdemokratischen Hochschubverbandes (SHB) an.

Das gesamte Interview hat eine Dauer von 44 Minuten und 44 Sekunden. Eine Zusammenfassung des Gesprächs durch Litten erschien in der Wochenzeitung „Deutsche Allgemeinen Sonntagsblatt“ vom 12. Juni 1970.

Weitere Ziele und Aktivitäten:

Transkript:


„Ein Volk kann nur mit sich selbst identisch sein, wenn es in einer eindeutigen klaren Weise einen Feind hat. Wo klare Freund-Feind-Unterscheidungen sind wie heute im Nahen Osten oder dergleichen, ist die Identität ohne weiteres klar. Freund heißt in diesem Falle die intensivste Gruppe und Verbindung von Menschen und Feind heißt eben die intensivste Spannung.“

Transkript:

„Es ist nur interessant, dass das Spiel also von allen Seiten her in dieser Weise auf Hitler zu kam. Die Legalität hat ihn genötigt, sozusagen mit Bezug auf diese beiden Punkte auch Ermächtigungsgesetz, aber wie richtig gerechnet, erst sich die legale Macht geben zu lassen, Verfügung über Polizei usw., dann eine Wahl gewinnen, mit Hilfe also dieser Prämien auf den legalen Machtbesitz, aber einer ganz knappe Mehrheit. Und nun kommt das eigentlich noch Fantastischere … dann ein verfassungsänderndes Gesetz zu bekommen … da kann man wirklich tiefinnig werden.“